Blick von oben auf einen großen Parkplatz mit verschiedenen Pkw

Fahrzeugklassen erklärt

Autovig DE Referenz zur Einordnung von Pkw, Motorrad, Wohnmobil und Gespann in die Fahrzeugklassen europäischer Vignettensysteme.

Die meisten Kategoriefehler entstehen aus derselben Annahme: Die Klasse richte sich danach, wie das Fahrzeug aussieht oder was es gerade wiegt. Das tut sie fast nie. Jedes System in diesem Leitfaden liest die Klasse aus einem Dokumentenfeld, einem gemessenen Maß oder der Radzahl ab — und eine falsche Klasse wird in der Regel behandelt wie gar keine gültige Vignette.

Woraus sich die Klasse tatsächlich ergibt, Land für Land

Österreich

Woraus die Klasse gelesen wird Feld F.2 im Zulassungsschein (technisch zulässige Gesamtmasse)
Die entscheidende Schwelle Bis 3,5 t → Vignette zum Pkw-Tarif. Darüber → GO-Box, fahrleistungsabhängig

Schweiz

Woraus die Klasse gelesen wird Höchstzulässiges Gewicht
Die entscheidende Schwelle Bis 3,5 t → die einzige Jahresvignette. Darüber → pauschale Schwerverkehrsabgabe (PSVA)

Slowenien

Woraus die Klasse gelesen wird Zuerst die Gesamtmasse, dann die Höhe über der Vorderachse
Die entscheidende Schwelle Bis 3,5 t → E-Vignette, Klasse 2A unter 1,3 m und 2B darüber. Über 3,5 t → DarsGo

Tschechien

Woraus die Klasse gelesen wird Mindestens vier Räder, bis 3,5 t höchstzulässige Masse
Die entscheidende Schwelle Motorräder fallen nicht ins System. Plug-in-Hybride ≤ 50 g CO₂/km zahlen 25 %, Erdgas und Biomethan 50 %

Slowakei

Woraus die Klasse gelesen wird Fahrzeug- und Anhängerkategorien, beim Kauf einzugeben
Die entscheidende Schwelle Motorräder sind befreit. Anhänger der Kategorien O1 und O2 werden gesondert verrechnet

Ungarn

Woraus die Klasse gelesen wird Tarifkategorien D1, D1M und U
Die entscheidende Schwelle D1M ist für Motorräder bei allen Produkten günstiger — außer der Jahresvignette, die als D1 verkauft wird

Bulgarien

Woraus die Klasse gelesen wird Radzahl
Die entscheidende Schwelle Weniger als vier Räder — Motorräder, Mopeds — zahlen gar nichts

Moldau

Woraus die Klasse gelesen wird Tarifposition aus dem Anhang des Steuergesetzbuchs
Die entscheidende Schwelle Position 8703 deckt den Pkw und den angehängten Anhänger gemeinsam ab; Gefahrgut zahlt doppelt

Die drei Fallen, aus denen die meisten Strafen entstehen

Österreich liest ein Dokument, keine Waage. Seit 1. Dezember 2023 ist die technisch zulässige Gesamtmasse in Feld F.2 maßgeblich — nicht die tatsächliche Beladung und nicht das eingetragene Gesamtgewicht. Ein leicht beladenes 3,4-Tonnen-Wohnmobil braucht trotzdem eine GO-Box, wenn F.2 mehr als 3.500 kg ausweist. Vor diesem Datum zugelassene Fahrzeuge mit F.2 über 3,5 t, aber niedrigerem höchstzulässigen Gewicht behalten eine Übergangsregelung bis 31. Jänner 2029.

Slowenien misst eine Höhe, nicht das Dach. Klasse 2B beginnt bei 1,3 m über der Vorderachse — nicht bei der Gesamthöhe des Fahrzeugs. Ausgebaute Kastenwagen überschreiten diese Linie regelmäßig, während werkseitig aufgebaute Alkoven- und Integriertfahrzeuge oft darunter bleiben. Eine falsch gewählte Klasse gilt als fehlende Vignette, nicht als Unterzahlung.

Anhänger werden über die Grenzen hinweg unterschiedlich behandelt. Die Schweiz verlangt für den Anhänger eine eigene Vignette. Österreich und Slowenien decken ihn über das Zugfahrzeug ab. Die Slowakei erfasst Anhänger der Klassen O1 und O2 gesondert. Moldau bündelt den Anhänger in der Tarifposition des Pkw. Eine europäische Regel gibt es hier nicht — nur nationale.

Prüfen Sie die Klasse vor dem Kauf im Länderleitfaden: Österreich, Schweiz, Slowenien, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Moldau.

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